Samstag, 19. Mai 2012

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Nutzer von Sozialleistungen sollen mehr Rechte bekommen

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Bndnis90-DIE_GRNEN
Frak­tion Bündnis 90/Die Grünen kriti­siert Leis­tungs­träger, die vor allem ihren eigenen Haus­halt entlasten wollen
Deshalb verlangt sie von der Bundes­re­gie­rung einen Gesetz­ent­wurf, der die Verfah­rens-, Leis­tungs- und Teil­ha­be­rechte der Nutzer sozialer Leis­tungen stärkt und dadurch auch die Effi­zienz des sozialen Rechts­staates stei­gert.

Nach dem Willen der Grünen soll – sozi­al­ge­setz­buch­über­grei­fend – der Bera­tungs­an­spruch gegen-über Leis­tungs­trä­gern gestärkt und vorhan­dene Bera­tungs­struk­turen zu einer neutralen, trägerun-abhän­gigen Bera­tungs­in­stanz weiter­ent­wi­ckelt werden. Der Zugang zu Sozi­al­leis­tungen soll durch barrie­re­freie Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keiten erleich­tert werden. Leis­tungs­be­rech­tigte sollen einen Rechts­an­spruch auf Aufstel­lung eines Hilfe­planes erhalten, wobei die Teil­ha­be­rechte der Nutzer in den Mittel­punkt gestellt werden sollen. Bezogen auf das Sozi­al­pro­zess­recht verlangen die Abge-ordneten, die Sozi­al­ge­richts­bar­keit als eigen­stän­digen Gerichts­zweig zu erhalten. Dabei sollen Klagen vor Sozi­al­ge­richten weiter kosten­frei sein und die Prozess­kos­ten­hilfe nicht einge­schränkt werden. Im SGB II soll eine aufschie­bende Wirkung von Wider­sprü­chen und Anfech­tungs­klagen gegen Verwal­tungs­akte der Grund­si­che­rungs­träger zuge­lassen und die Rück­nahme- und Nach­zah­lungs­pflicht des SGB-II-Leis­tungs­trä­gers auf vier Jahre verlän­gert werden.

Die Frak­tion begründet ihren Vorstoß mit einer restrik­tiven Recht­sum­set­zung und mangelnden Koope­ra­tion der Sozi­al­leis­tungs­träger, die es verhin­dern würden, dass Nutzer soziale Leis­tungen nach ihren Bedürf­nissen in Anspruch nehmen können. Es gebe immer wieder Träger, die offenbar vorrangig darauf bedacht sind, ihren jeweils eigenen Haus­halt nicht zu belasten. Den Inter­essen der anspruchs­be­rech­tigten Personen – seien es Arbeits­lose, Behin­derte, ältere Menschen oder Pati­enten – kämen dabei oft eine zweit­ran­gige Rolle zu, so die Grünen.